Kennzeichnung bei Schafen

Ohrmarke

Angefangen hat alles mit einer Tragödie: 2001 mussten im Rahmen der Bekämpfung der Maul und Klauenseuche (MKS) Millionen von Schafen und Ziegen geschlachtet werden, weil sie keine Kennzeichnung hatten und damit ihre Herkunft unbekannt war. Die unzureichende Kennzeichnung und Dokumentation hatte zur Folge, dass die Infektionsherde nicht rechtzeitig lokalisiert werden konnten. So mussten viele Betriebe die existenzbedrohende Tötung der Tiere hinnehmen, obwohl in vielen Fällen der Test auf MKS negativ ausfiel.

Alle Schaf- und Zie­gen­hal­ter sind be­trof­fen

Die Vorgaben der ViehVerkV gelten für jede Form der Schaf- und Ziegenhaltung, unabhängig davon, ob es sich um landwirtschaftliche Betriebe, Transporteure, Viehhandel, Schlachtbetriebe, Sammelstellen, Zuchtverbände oder Freizeit- und Hobbyhaltung handelt.

Regeln der Kennzeichnung

  • Schafe und Ziegen müssen 9 Monate nach der Geburt, spätestens jedoch beim Verlassen des Geburtsbetriebes, gekennzeichnet werden.
  • Ist sichergestellt, dass sie vor Vollendung des 12. Lebensmonats in Deutschland geschlachtet werden, ist die Kennzeichnung mit einer weißen Schlachtohrmarke (Bestandsohrmarke) ausreichend.
  • Schafe und Ziegen, die älter als 12 Monate sind oder exportiert werden (in Länder innerhalb der EU oder in Drittländer), müssen mit zwei Einzeltierkennzeichen markiert sein. Sind die Tiere nach dem 31.12.2009 geboren, muss eines der Kennzeichen einen elektronischen Transponder haben.

Verlust der Ohrmarke

Verliert ein Tier sein Individualkennzeichen, ist es mit zwei neuen identischen Kennzeichen nach zu kennzeichnen. Das verbliebene Kennzeichen ist dafür zu entfernen und die Nachkennzeichnung ist umgehend im Bestandsregister (Teil C oder Teil B) zu dokumentieren.

 

Für Herdbuchtiere besteht die Möglichkeit bei Vorliegen der entsprechenden Herdbuchdokumente ein Ersatzkennzeichen zu bestellen, dass die gleiche Nummer hat wie das ursprüngliche Kennzeichen.

Quelle LKV Bayern